Aussichten und Wünsche der Zentralschweizer Wirtschaftsführer für 2012

09. Januar 2012

Das Zentralschweizer Wirtschaftsportal ROI-Online stellte zum Jahresanfang mehreren Zentralschweizer Wirtschaftsfachleuten die Fragen: «Wie wird das Jahr 2012 aus Ihrer Sicht? Was sind Ihre Erwartungen? Haben Sie einen speziellen Wunsch fürs Jahr 2012?»

Bernard Kobler, CEO Luzerner Kantonalbank AG, Luzern

«Das Jahr 2012 wird in wirtschaftlicher Hinsicht ein anspruchsvolles Jahr werden. Dennoch bin ich für die Zentralschweiz vorsichtig optimistisch. Ich wünsche mir, dass wir Zentralschweizer die Herausforderungen dieses Jahres mit Unternehmergeist, Tatkraft und Zuversicht anpacken.»

Jean Wey, Vorsitzender der Geschäftsleitung PKG Pensionskasse, Luzern

«Die Ausgestaltung der beruflichen Vorsorge wird im Wesentlichen durch drei Einflussbereiche bestimmt: gesetzliche Vorgaben, versicherungstechnische Voraussetzungen und die Entwicklung an den Finanzmärkten. Aktuell sind wir auf allen drei Ebenen mit schwierigen Herausforderungen konfrontiert.

Mit einem Vermögen von über drei Milliarden Schweizer Franken sind die Erwartungen der PKG Pensionskasse aktuell besonders auf die Anlageseite fokussiert. In Anbetracht der Unsicherheiten an den Finanz- und Devisenmärkten, der Schuldenproblematik zahlreicher Länder und des geschwundenen Vertrauens sind die Renditeaussichten für das Jahr 2012 eher gering. Zu befürchten ist, dass sich die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen in den nächsten Jahren weiter verschlechtern wird.

Wünschen würden wir uns, dass die stark verschuldeten Staaten ihre Probleme in den Griff bekommen. Im Weiteren muss wieder eine zukunftsgerichtete Diskussion über die strukturellen Probleme der Sozialversicherungen und insbesondere der beruflichen Vorsorge in Gang kommen. Dafür braucht es den Willen aller beteiligten Parteien, dies unvoreingenommen und sachlich sowie sozialpartnerschaftlich zu diskutieren bzw. zu lösen.»

Felix Howald, Direktor Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ), Luzern

«Ich bin für das Jahr 2012 trotz schwieriger Voraussetzungen – globale Konjunkturabschwächung, starker Franken, Schuldenkrise – moderat optimistisch. Es wird grosse Unterschiede zwischen den Branchen geben. Ich erwarte, dass in der Zentralschweiz zwar viele Firmen vermehrt unter Margendruck stehen und auch einige Kunden verlieren werden, in wachsender Konkurrenz vom Ausland leben müssen und Investitionsentscheide vermehrt ad hoc treffen werden. Eine grosse Reduzierung im Personalbestand erwarte ich nicht; es wird jedoch zunehmend schwieriger, gut qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Das grosse Problem bleibt der überbewertete Schweizer Franken, der bei 1.20 für viele Firmen noch zu stark ist. Deshalb mein spezieller Wunsch: weitere Abschwächung des Schweizer Frankens auf ca. 1.30. In diesem Bereich wären wir der Kaufkraftparität näher, und viele Firmen könnten etwas aufatmen.»

Hans Schorno, Medienverantwortlicher Victorinox AG, Ibach-Schwyz

«Victorinox-Geschäftsführer Carl Elsener zitierte an seiner Weihnachtspräsentation General Eisenhower: ‹Erwarte das Beste, plane für das Schlechteste.› Mein Wunsch an das Jahr 2012: Unsere Zeit braucht mutige Menschen, die zu den Werten stehen, die uns in der Vergangenheit Wohlstand und Erfolg gebracht haben: christliche Werte.»

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