Die touristische Entwicklung der Zentralschweiz geht rasant voran

19. Dezember 2011

Gleich mehrere touristische Grossprojekte werden derzeit in der Zentralschweiz realisiert. Auf dem Bürgenstock, auf Melchsee-Frutt, in Andermatt und in Vitznau werden insgesamt jeweils Hunderte von Millionen Franken in den Bau neuer Hotelanlagen investiert. Daneben gibt es aber auch Projekte, die trotz jahrelanger Planung nicht zustande kamen.

Hotel frutt LODGE & SPA

Das Bürgenstock Resort® entsteht

Die touristische Entwicklung der Zentralschweiz geht mit Elan ins neue Jahr. In mehreren Kantonen lassen Investoren Hotelanlagen und Resorts errichten. Auf dem Bürgenstock entsteht bis zur Fertigstellung im Jahr 2014 ein autofreies Resort mit 400 Zimmern, 60 Bürgenstock-Residence-Suiten mit Hotelservice, 12 Restaurants sowie einem grossen Freizeitangebot (Wandern, Golf, Tennis, Curling). Es werden 350 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das Gesamtinvestitionsvolumen der katarischen Investoren beträgt 300 Millionen Franken. Rund hundert Unternehmen, vornehmlich aus der Region, sind in den Bau involviert.

Grosse Investitionen

Auch Melchsee-Frutt, 1920 Meter über Meer gelegen, ist ein beliebtes Erholungs- und Sportgebiet mit einem breiten Sport- und Freizeitangebot. Nur mit der Hotellerie war es in jüngster Zeit nicht unbedingt zum Besten bestellt. Dies hat sich seit Mitte Dezember 2011 geändert. Dann nämlich wurde auf Melchsee-Frutt das Hotel «Frutt Lodge & Spa» eröffnet. «Die Investitionen in Hotels revitalisieren eine Region, die eine grosse Zukunft hat», ist Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident/CEO der Eberli Generalunternehmung AG, überzeugt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 74 Millionen Franken: «Frutt Lodge & Spa» 40 Millionen, Personalhäuser 4 Millionen und Sportbahnen rund 30 Millionen Franken.

Gleich über eine Milliarde Franken soll das Grossprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris in Andermatt kosten. Das sich im Bau befindende Tourismusresort soll im Kanton Uri mehr als tausend neue Arbeitsplätze schaffen. Neben 6 Hotels, 20 bis 30 Villen, 490 Wohnungen und 1790 Parkplätzen sind ein 18-Loch-Golfplatz und ein Einkaufs- und Sportzentrum geplant. Das von verschiedenen renommierten Architekten entworfene Dorf soll umweltverträglich und mit einheimischen Materialien wie Holz und Stein gebaut werden.

Des Weiteren wird in Vitznau gebaut. Der österreichische Investor Peter Pühringer renoviert momentan das Park Hotel für 200 Millionen Franken. Es soll ein Hotel der Luxuskategorie entstehen, das mit allem Komfort ausgestattet ist. «Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Wir rechnen damit, das Park Hotel im September 2012 eröffnen zu können», sagt Pühringer-Sprecher Michael Horacek. Zudem plant die Pühringer-Gruppe, das sich daneben befindende Hotel Schiff durch einen Neubau zu ersetzen und zusätzlich mehrere Villen zu erstellen. Zum Besitz gehören auch gut 20 000 Quadratmeter Land, die überbaut werden sollen.

«Schweizweit einzigartig»

Diese Projekte und Entwicklungen beurteilt Felix Howald, Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ), als «eindrücklich» und «als Ganzes gesehen schweizweit einzigartig». Die Zentralschweiz stehe – touristisch gesehen – in einer Poleposition: «Die Region verfügt über eine wunderschöne Natur, ein vielseitiges Angebot, kurze Wege und ideale Kombinationsmöglichkeiten Stadt/Land und Kultur/Sport.» Die Zentralschweiz sei jedoch teuer und müsse sich deshalb über die Qualität der Hotels, der Infrastruktur, der Dienstleistungen und der Gastfreundschaft definieren. Auch Christian Hunziker, Tourismusexperte der BAK Basel Economics AG, stuft das touristische Potenzial der Zentralschweiz als gross ein. «Verglichen mit anderen Schweizer Regionen sind die mittelfristigen Wachstumsaussichten der Zentralschweiz am besten.»

Gescheiterte Projekte

Es gibt aktuell aber auch touristische Projekte, die nicht zustande kamen. Die schwedische Bergbahn-Investorin Skistar wollte das Urner Dorf Andermatt mit dem bündnerischen Sedrun zu einer Alpen-Arena mit 17 Anlagen verbinden. Zur Diskussion stand zu Beginn ein Investitionsvolumen von 213 Millionen Franken. Die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG stellte sich jedoch quer, da das Projekt überdimensioniert und teuer sei und nur Verluste bringen werde. Im Dezember 2011 entschieden sich die involvierten Parteien, nun ein kleineres Projekt zu realisieren.

Auch das Kapitel «Parc Orange» in Emmetten ist beendet. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erteilten dem geplanten Hotel- und Feriendorf Mitte Dezember 2011 eine deutliche Abfuhr. Sie waren nicht bereit, 22 000 Quadratmeter an bester Lage mit schöner Aussicht auf den Vierwaldstättersee von der Zone «übriges Gebiet» in eine Sondernutzungszone zu überführen. Darauf geplant war der Bau eines Hotel- und Feriendorfs mit 29 Häusern bzw. 220 Zimmern, Restaurant, Aussenschwimmbad, Wellnessbereich, Parkplätzen und Läden. Der holländische Investor Hans Meyers hätte für dieses Projekt 53 Millionen Franken aufgewendet.

www.buergenstock.ch

www.melchsee-frutt.ch

www.fruttlodge.ch

www.eberli-sarnen.ch

www.andermatt-swissalps.ch

www.parkhotel-vitznau.ch

www.ihz.ch

www.bakbasel.com

www.skistar.com

www.parcorange.com

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