20. Februar 2012
In der Arbeitswelt ist der Bedarf an Fremdsprachenkenntnissen ausgewiesen. Zentralschweizer Unternehmen mit internationalem Tätigkeitsgebiet setzen vor allem auf Mitarbeitende, die neben Deutsch auch gut Englisch sprechen und schreiben können. Je nach Aufgabengebiet sind weitere Kenntnisse einer Landessprache von Vorteil. Sprachkurse werden von den meisten Unternehmen gefördert und mitfinanziert.
Die Mehrsprachigkeit spielt in unserem Alltag eine immer grössere Bedeutung. Die Zentralschweizer Unternehmen können und wollen sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Das Obwaldner Antriebstechnik-Unternehmen Maxon Motor AG in Sachseln hat weltweit 1800 Mitarbeitende und verfügt über ein Vertriebsnetz in 40 Ländern. «Unsere Geschäftssprache ist nach wie vor Deutsch. Die Kommunikation mit unseren anderssprachigen Kunden und Auslandvertretungen erfolgt in der Regel in Englisch. Werbe- und Informationsschriften erscheinen mehrsprachig», weiss Armin Lederer, COO der Maxon Motor AG. «Maxon bietet hausintern individuell zugeschnittene Sprachkurse an. Mittels Expat-Regelungen offerieren wir ausgewählten Mitarbeitenden die Möglichkeit, Volontariate und Arbeitsaufenthalte in unseren internationalen Niederlassungen zu absolvieren.»
ROSEN Inspection Technologies mit Hauptsitz in Stans ist in 100 Ländern der Welt aktiv. Das Unternehmen bietet Produkte und Services für die Öl- und Gasindustrie an. «Unsere Business-Sprache ist zu 70 Prozent Englisch und zu 30 Prozent Deutsch», weiss Lucia Bachofer, Corporate Marketing bei der ROSEN Swiss AG. «Da wir ein internationales Unternehmen sind und nahezu überall Standorte haben, sind diverse Fremdsprachen von Vorteil: zum Beispiel Englisch, Deutsch, Französisch, Holländisch, Portugiesisch, Italienisch, Russisch, Spanisch und Arabisch.»
Chinesisch zu lernen ist für Europäer eine echte Herausforderung. Einer, der diese Herausforderung angenommen hat, ist der Luzerner Christian Wolf, Gründer von Languard Partners. Sein Unternehmen ebnet KMU den Weg in die chinesischen Märkte und begleitet sie über alle Phasen des Markteintritts. Einerseits geht es um die Betreuung der Kunden, die ihre Produkte in China produzieren lassen. Andererseits betreut Languard Partners KMU, die von der Schweiz nach China expandieren wollen. «Business-Sprachen sind für uns Deutsch, Englisch und Chinesisch. Letzteres im Rahmen der Kommunikation mit lokalen Lieferanten und Partnern», sagt Christian Wolf. Die Chinesen sind sich bewusst, dass das Erlernen der chinesischen Sprache für Europäer kein leichtes Unterfangen ist. Zudem spricht Chinas junge Generation vermehrt Englisch. «Im Geschäftsalltag beim Umgang mit Chinesen ist es dennoch vorteilhaft, über Chinesischkenntnisse zu verfügen – auch, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken», betont Christian Wolf.
Amgen, das weltweit grösste Biotechnologie-Unternehmen, entwickelt, produziert und vertreibt biopharmazeutische Produkte, die mit Hilfe von DNA-Technologie hergestellt werden. Der Geschäftssitz befindet sich nördlich von Los Angeles in Thousand Oaks, Kalifornien. Die Schweizer Amgen-Filiale wurde 2002 gegründet. Gute Fremdsprachenkenntnisse sind bei Amgen eine Einstellungsvoraussetzung. «In der Schweizer Amgen-Filiale sprechen wir vor allem Deutsch und Englisch. Mitarbeitende mit Kundenkontakten in der Romandie und im Tessin sprechen auch Französisch und Italienisch», sagt Matyas Lakatos, Country Director bei der Amgen Switzerland AG in Zug. «Jeder Mitarbeitende durchläuft bei uns ein individuelles Weiterentwicklungsprogramm. Stellen wir mit dem Mitarbeitenden fest, dass eine Vertiefung seiner Kenntnisse für seine Tätigkeit wichtig ist, unterstützen wir entsprechende Sprachkurse.»
Die Obrist interior AG in Luzern ist eine weltweit tätige Spezialistin für die Realisierung von hochwertigen Laden- und Innenausbauten. Über fünfzig Berufsfachleute aus Design, Architektur, Planung, Handwerk und Logistik sind bestrebt, individuell auf die Bedürfnisse von Kunden aus verschiedensten Kulturen und Regionen einzugehen. «Da wir zu 85 Prozent im Ausland arbeiten, sind Englischkenntnisse sehr wichtig», bemerkt Monica Wermelinger, Assistentin der Geschäftsleitung der Obrist interior AG. «Für unsere Mitarbeitenden finanzieren wir Sprachkurse mit oder gewähren unbezahlte Ferien für Sprachaufenthalte.»
Bei der Schwyzer Kantonalbank ist die Geschäftssprache Deutsch. «Um eingestellt zu werden, sollte der Kandidat daneben vor allem Englisch sprechen. Zusätzlich sind Französisch und/oder Italienisch ideal», sagt Peter Geisser, Leiter Kommunikation bei der Schwyzer Kantonalbank in Schwyz. Sowohl Sprachaufenthalte im Inland wie auch im Ausland werden von der Bank mitfinanziert.
Für Thomas Zehnder, Vice President Group Communications bei Landis+Gyr in Zug, sind Fremdsprachenkenntnisse unabdingbar. Business-Sprache des Unternehmens ist Englisch. «Die Notwendigkeit, Fremdsprachen zu beherrschen, ist von der Funktion und der Tätigkeit im Unternehmen abhängig. Grundsätzlich kann man sagen: Wer an einem Computer arbeitet, muss mindestens über Grundkenntnisse der englischen Sprache verfügen.» Intern bietet Landis+Gyr Sprachkurse an und fördert deren Besuch.