30. April 2012
Die Schweiz spielt im Bereich «Cleantech» eine Vorreiterrolle. Die Hochschule Luzern – Technik & Architektur forscht an vorderster Front mit: In ihrem Modell «Jahreszeitenräume» geht es um die Entflechtung der äusseren Gebäudehülle. Das CSEM in Alpnach ist am Projekt «Pebble» beteiligt. Dieses rüstet Häuser mit Kontrollapparaturen aus, die ihnen zu einer positiven Energiebilanz verhelfen.
Die Schweiz spielt im Bereich «Cleantech» eine Vorreiterrolle. Die Hochschule Luzern – Technik & Architektur forscht an vorderster Front mit: In ihrem Modell «Jahreszeitenräume» geht es um die Entflechtung der äusseren Gebäudehülle. Das CSEM in Alpnach ist am Projekt «Pebble» beteiligt. Dieses rüstet Häuser mit Kontrollapparaturen aus, die ihnen zu einer positiven Energiebilanz verhelfen.
«Cleantech» bezeichnet eine ressourcenschonende und damit nachhaltige Art des Wirtschaftens. Unter «Cleantech» werden diejenigen Technologien, Herstellungsverfahren und Dienstleistungen zusammengefasst, die zum Schutz und zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen und Systeme beitragen. Ziel ist es, lebensnotwendige Ressourcen effizient zu nutzen, damit sie auch langfristig in guter Qualität und genügender Menge zur Verfügung stehen.
Für technologieorientierte kleine und mittlere Unternehmen aus der Cleantech-Branche bietet der im Mai 2011 eröffnete Cleantechpark in Zug ein dynamisches Netzwerk. «Wir stellen mit ‹Cleantech-Excellence› eine Beratungs-Dienstleistung bereit, die der Nutzung des vorhandenen regionalen Know-hows im Bereich ‹Cleantech› dient», bemerkt Roman Bühler, Geschäftsführer Businesspark – Cleantechpark Zug. «Cleantech-Excellence» soll die Gebäude- und Prozesstechnikkonzepte von baulichen Grossprojekten optimieren, sodass Gebäude und ihre Nutzung nachweislich umweltverträglicher werden.»
«Wir sehen im Baubereich grosses Potenzial in der Entflechtung der äusseren Gebäudehülle wie zum Beispiel im Projekt ‹Jahreszeitenräume›», sagt Professorin Andrea Weber Marin, Vizedirektorin und Leiterin Forschung der Hochschule Luzern – Technik & Architektur (HSLU). In diesem Forschungsprojekt widmet sich die HSLU der Grenze zwischen Aussen- und Innenraum und möglichen dreidimensionalen Überschneidungen. Die Räume sind nicht aktiv geheizt. Sie können bei geschickter Ausrichtung und Form zum erweiterten Wohnraum, zur abgekoppelten Klimazone oder zum gedeckten, durchlüfteten Aussenraum mutieren. «Das Erleben und das individuelle Dosieren der klimatischen Eigenschaften der einzelnen Jahreszeiten durch die Nutzung der Räume bilden eine ausgesprochene Wohn- und Lebensqualität. Da in unserer gemässigten Klimazone sowohl Energie gespart als auch gewonnen werden muss, ist ein flexibler Wintergarten oder ein verglaster Loggiaraum eine gültige Alternative zum klassischen Fenster oder zum einfachen Balkon», stellt Professorin Andrea Weber Marin fest.
Ein zukunftsweisendes Projekt hinsichtlich nachhaltiger Gebäudetechnik ist das Projekt «Pebble». «Pebble» steht für «Positive Energy Buildings Thru Better Control Decisions». Ziel dieses Vorhabens ist es, Häusern durch entsprechende Kontrollapparaturen zu einer positiven Energiebilanz zu verhelfen. So sollen die Bewohner Geld und Energie sparen. «Pebble» ist ein EU-Projekt der Technischen Universität von Kreta und des Forschungs- und Technologiezentrums CSEM (Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique SA). «Wir sind für das kabellose System der Gebäude und für die Sensoren zuständig. Diese überwachen das Gebäude und steuern gewisse Aktivitäten wie das Öffnen des Fensters oder die Einstellung der Heizung», weiss Philippe Steiert, Direktor der regionalen Zentren beim CSEM und Direktor des CSEM Alpnach.
Das Schweizer Cleantech-Unternehmen Neurobat AG wurde mit dem Umweltpreis der Schweiz 2012 in der Kategorie «Innovation» ausgezeichnet. Wissenschaftler und Ingenieure des CSEM haben in Zusammenarbeit mit Neurobat eine selbstlernende Technologie für die Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystemen (HLK) entwickelt. Die Technologie ist sehr energieeffizient: Weil sie sich an die dynamische thermische Umgebung eines modernen Gebäudes anpasst, kann sie auf intelligente Weise vorausberechnen, wie viel Wärme wann produziert werden muss, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Bei einem Luxus-Einfamilienhaus im luzernischen St. Niklausen konnten beispielsweise in der Heizsaison 2010/11 bis zu 65 Prozent Energie eingespart werden. Tests haben des Weiteren gezeigt, dass sich – bei einem Einsatz der Geräte in nur 20 Prozent der Gebäude in der Schweiz – die CO2-Emissionen um eine Million Tonnen pro Jahr reduzieren würden.
www.hslu.ch/technik-architektur