Sinkender Umsatz im Zentralschweizer Autohandel

26. September 2011

Der tiefe Eurokurs verunsichert die potenziellen Kunden der Zentralschweizer Autohändler. Obwohl diverse Rabatte angeboten werden, überlegen sich viele den Direktimport eines Autos. Die Margen der hiesigen Autohändler sinken, der Occasionshandel macht einen grossen Verlust.

«Die Kunden sind verunsichert wegen der unterschiedlichen Preise, Rabatte und Prämien», weiss Beat Grepper, Geschäftsleiter der Conrad Keiser AG in Cham. Der schwache Euro beschäftigt die Autobranche stark und hat Konsequenzen auf das Kaufverhalten. Mancher Schweizer Kunde überlegt sich den Kauf eines Autos im benachbarten Ausland. «Es werden derzeit sicher mehr Autos importiert als in normalen Zeiten», sagt Beat Grepper. Eine Möglichkeit, Gegensteuer zu geben, wären ein tieferer Listenpreis und ein adäquater Eurokurs-Rabatt. Die Auswirkungen des starken Frankens auf den Neuwagen- und Occasionshandel sind gross: «Die Margen der Autohändler in der Zentralschweiz werden immer kleiner. Der Wirtschaft fehlt das Geld, das im Ausland ausgegeben wird», sagt Beat Grepper. «Im Occasionshandel machen die Schweizer Autohändler im laufenden Jahr aufgrund von Abschreibungen zirka eine Milliarde Franken Verlust.»

Viele gute Sonderangebote

Auch bei der Hammer Auto Center AG in Emmenbrücke spürt man die Verunsicherung der Kunden. «Die Kunden fragen gezielt nach Spezialangeboten. Sie vergleichen auch vermehrt die eingeholten Offerten», weiss Sandra Odermatt, Verantwortliche für Werbung bei der Hammer Auto Center AG. Bei einem Autokauf im Ausland habe der Kunde Nachteile. «Im Ausland kann man kein Schweizer Fahrzeug eintauschen. Er muss dieses selber oder über einen Occasionshändler verkaufen. Dabei wird der Kunde aber wertmässig verlieren, da der Verkaufspreis wesentlich tiefer ausfallen wird», sagt Sandra Odermatt. Ein Autokauf im Inland lohne sich zurzeit allemal: «Noch nie hatten wir in der Schweizer Automobilgeschichte so viele gute Sonderangebote mit derart hohen Rabatten», sagt Sandra Odermatt.

Der starke Franken hat zur Folge, dass die Durchschnittspreise der Autos und somit auch die Umsätze sinken. «Auch der Gewinn sinkt im Autohandel momentan stark», so Sandra Odermatt. Die Margen der Zentralschweizer Autohändler seien sowieso klein. Eine zusätzliche Gefahr verberge sich in einem grossen Lager an Neu- und Occasionsfahrzeugen: «Die neueren Occasionsfahrzeuge verlieren stark an Wert, weil die Differenz zu Neuwagen immer kleiner wird. Die Occasionspreise werden bei den neueren Fahrzeugen einbrechen», ist Sandra Odermatt überzeugt.

Angefragt wurden auch die Emil Frey AG in Ebikon und Auto Iten in Sihlbrugg. Sie wollten keine Auskunft geben.

www.ckeiser.ch

www.hammerautocenter.ch

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