Verleihung des Zurich-Klimapreises

02. Mai 2011

Zurich Schweiz setzt sich aktiv mit dem Thema «Klimawandel» auseinander. Im März 2010 lancierte das Unternehmen den Klimapreis für die Marktregion Mitte (Nord- und Zentralschweiz). Ziel der Ausschreibung war es, die vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit der globalen Erwärmung zu thematisieren. Am 28. April 2011 wurden im Verkehrshaus in Luzern die Gewinner des Klimapreises in der Marktregion Mitte ernannt. Hauptgewinnerin ist die energieregionGOMS.

v.l.n.r.: Roland Betschart (Leiter Strategische Dialogplattformen, Zurich), Walter Schmid, Martha Schmid, Katharina Teuscher und Paul Rüedi (Umwelt Arena), Beate Markowski und Beat Schmidt (Tropenhaus Frutigen), Sebastion Bellwald und Dionys Hallenbarter (energieregionGOMS), Philippe Huwyler und Domenico Repetto (Coop Genossenschaft), Thomas Buberl (CEO Zurich Schweiz)

Das Klima ist bei der Zurich Versicherung ein seit Jahren dominierendes Thema. 2008 hat die Zurich-Gruppe eine globale Klima-Initiative lanciert mit dem Ziel, die eigenen CO2-Emissionen bis 2013 weltweit um 10 Prozent zu reduzieren. Mit dem Klimapreis hat das Unternehmen einen zusätzlichen Anreiz geschaffen, noch mehr über das komplexe Thema «Klimaschutz» zu erfahren und selbst einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Patrick Deucher ist seit 2009 Leiter Marktregion Mitte der Zurich Versicherung. Im Interview erzählt er, was es sonst noch alles mit dem Zurich-Klimapreis auf sich hat.

Patrick Deucher, das Wichtigste gleich vorneweg: Wer gewinnt den Zurich-Klimapreis?

Patrick Deucher: «The winner takes it all» lassen wir für einmal nicht gelten. Denn für uns haben alle eingereichten Projekte eine Auszeichnung verdient ? weil sie sich mit dem Thema auseinandersetzen und den Mut gehabt haben, sich dem Urteil der Jury zu stellen. Wir zeichnen also die drei Hauptgewinner sowie einen Sonderpreisgewinner aus und vergeben zusätzlich 28 Anerkennungspreise. Zurückkommend auf hre Frage: In diesem Jahr gewinnt die energieregionGOMS den Zurich-Klimapreis für das Mittelland. Prämiert werden zudem die Coop Genossenschaft, die Tropenhaus Frutigen AG und die Umwelt Arena der W. Schmid AG.

Wie hoch ist die Preissumme?

Patrick Deucher: Die Preissumme beträgt über 100 000 Franken, wobei der erste Preis mit 50 000 Franken dotiert ist. Für den zweiten Platz schütten wir 25 000 Franken und für den dritten Platz 15 000 Franken aus. Der Sonderpreis ist mit 5000 Franken dotiert. Zudem vergeben wir an alle von der Jury beurteilten Projekteingaben zusätzlich einen Anerkennungspreis.

Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, um überhaupt zum Wettbewerb zugelassen zu werden?

Patrick Deucher: Gefragt sind Projekte, Vorhaben oder Ideen, die zur Senkung des CO2-Ausstosses oder zur Verbesserung der Energieeffizienz beitragen oder eine entsprechende Verhaltensänderung bewirken. Mögliche Projektfelder sind etwa der innovative Einsatz von (neuen) Technologien, die CO2-arme Nutzung oder Produktion von Energie, das klimafreundliche Mobilitätsverhalten oder auch klimaorientierte Unternehmensstrategien und deren Umsetzung. Beurteilt werden die Projekte aber nicht von uns, sondern von einer hochkarätigen und unabhängigen Jury.

Seit wann gibt es den Zurich-Klimapreis?

Patrick Deucher: Lanciert hat Zurich den ersten Klimapreis im Mai 2009 für die Region Zürich-Oberland. Gewonnen hat ein wirklich spannendes Projekt: das von den Gebrüdern Meier betriebene und von der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (Kezo) beheizte Gewächshaus in Hinwil. Hier wächst die schweizweit erste «Klimagurke». Anstatt mit fossilen Brennstoffen wird das riesige Gewächshaus ausschliesslich mit der Abwärme der Kezo beheizt.

Was waren die Beweggründe für die Schaffung eines Klimapreises?

Patrick Deucher: Als globale Versicherungsgesellschaft liegt es in unserer Verantwortung, die Kunden und die Gesellschaft als Ganzes bei der Bewältigung klimabezogener Risiken zu beraten und zu unterstützen. Wir tun das in vier verschiedenen Rollen.

  • Als Versicherungsgesellschaft bringen wir neue und angepasste Lösungen auf den Markt, um die Risiken unserer Kunden abzudecken und dem Bedürfnis nach nachhaltigen Lösungen zu entsprechen.
  • Als Arbeitgeberin unterstützen und fördern wir unsere Angestellten dabei, nachhaltig zu handeln.
  • Als Verwalterin und Mieterin von Immobilien setzen wir auf nachhaltige Bauweisen und Materialien und fördern den Einsatz von erneuerbaren Energien.
  • Als Einkäuferin bei den diversen Partnern und Lieferanten setzen wir uns dafür ein, Energie einzusparen und den CO2-Fussabdruck zu verkleinern.

Was waren die Beweggründe von Zurich, gerade das Klima als Hauptthema auszuwählen?

Patrick Deucher: Weil die Klimaerwärmung eine Herausforderung darstellt, die jeden von uns etwas angeht und uns direkt betrifft. Deshalb hat Zurich Schweiz beschlossen, sich zu engagieren und die Rückerstattung aus den CO2-Abgaben in spannende regionale Klimaprojekte zu investieren, die sich des Themas annehmen.

Was bezweckt Zurich mit dem Klimapreis?

Patrick Deucher: Unsere Erfahrungen zeigen eines ganz deutlich: Es ist vielen Kunden ein grosses Anliegen, mehr über das komplexe Thema «Klimaschutz» zu erfahren und selbst einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Mit den «Dialogue»-Veranstaltungen eröffnen wir Kunden und Interessierten eine Plattform, um sich mit anerkannten Experten auszutauschen und den Mut zu fassen, selbst etwas zu tun. Der Zurich-Klimapreis ist natürlich auch eine gute Gelegenheit, um innovative Projekte zu prämieren und diese somit in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Wird der Zurich-Klimapreis ausser der Zentralschweiz auch in anderen Regionen der Schweiz vergeben?

Patrick Deucher: Den Klimapreis haben wir bisher in der Region Zürich-Oberland, Ostschweiz und Zürich, Liechtenstein und in der Region Mitte vergeben. Im Herbst folgt die Vergabe des Klimapreises für die Region Romandie.

Aus welchen Branchen haben die Zentralschweizer Projekte für den diesjährigen Klimapreis eingereicht?

Patrick Deucher: Ich möchte hier bewusst kein Unternehmen herausheben. Ich kann aber sagen: Wir haben gegen 40 Projekteingaben erhalten ? von Gewerbebetrieben, KMU, Grossunternehmen, aber auch von Städten, Gemeinden und Stiftungen. Die Themenvielfalt ist riesig, von der Kleinwindturbine bis zur Wärmerückgewinnung aus Kühlabwasser.

Was waren die bisherigen Erfahrungen, die Sie mit dem Klimapreis gemacht haben?

Patrick Deucher: Das Interesse unserer Kunden, Geschäftspartner und der Öffentlichkeit am Zurich-Klimapreis ist eine wahre Freude. Es ist fantastisch, mitzuerleben, wie viele Pioniere, Ingenieure, Unternehmer und öffentliche Institutionen sich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Mit Innovationsgeist werden die unterschiedlichsten Projekte umgesetzt und realisiert ? vom energieeffizienten Datencenter bis hin zur Produktion von CO2-neutralen «Klimagurken».

Was bringt der Klimapreis im Endeffekt Ihrem Unternehmen?

Patrick Deucher: In erster Linie gibt uns der Zurich-Klimapreis eine Plattform, um mit der Öffentlichkeit über das wohl wichtigste Thema der Gegenwart zu diskutieren: den Klimawandel. Denn ob es uns gefällt oder nicht ? von einem namhaften Versicherer wie der Zurich wird erwartet, dass wir uns aktiv am Diskurs beteiligen und Position beziehen. Entsprechend hat die Zurich-Gruppe 2008 eine globale Klima-Initiative lanciert mit dem Ziel, die eigenen CO2-Emissionen bis 2013 weltweit um 10 Prozent zu reduzieren. Und: Der Zurich-Klimapreis gibt uns die Sicherheit, dass die Rückerstattungsgelder aus den CO2-Abgaben sinnvoll und zweckgebunden reinvestiert werden.

Folgende Zentralschweizer Unternehmen und Personen haben ein Projekt eingereicht:

Kanton Luzern, Buchrain:«EFH wird zu Minergie-P- und Plusenergiehaus», Ursula und Jakob Gössi

Luzern: «Steigerung der Energieeffizienz von bestehenden Gebäuden», but ? Bau Umwelt Technik, Philippe Künzler; «Mein Klimatag», Locher, Schmill, Van Wezemael & Partner AG / Locher Reto

Wauwil: «Klimaschutzprojekt Kompogas-Anlage Wauwil», Axpo Kompogas Wauwil AG / Fabian Ruoss

Emmenbrücke: «PreserveCreation», PreserveCreation / Klemens Ruoss

Kanton Schwyz: «Ökologische Massivholzküche», Lindauer GmbH / Roger Lindauer

Kanton Zug, Cham: «Air-On», Air-On AG / Adrian Peterhans

Roland Betschart, Zurich, mit CO2 neutral produzierter Gurke,
stellt die Projekte greifbar vor.

Patrick Deucher, Leiter Marktregion Mitte der Zurich Versicherung

www.zurich.ch

www.zurich.ch/dialog

www.energieregiongoms.ch

www.coop.ch

www.tropenhaus-frutigen.ch

www.umweltarena.ch

www.bauumwelttechnik.ch

www.kompogas.ch

www.preservecreation.ch

www.air-on.ch

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