30. Januar 2012
«WYSEL – a musical storyboard»: Eine handverlesene Künstlertruppe erzählt in Bild und Ton die himmeltraurige Erfolgsgeschichte eines fiktiven Ländlerkönigs, der auch Charlie Parker, Jimi Hendrix oder Amy Winehouse hätte heissen können. Ein Musiktheater mit Livemusik und Computer-Projektionen, wie es so noch kaum auf der Bühne zu sehen war.
Organisation: Verein Rurban Music
Adresse: Theater Uri, Schützengasse 11, Postfach, 6460 Altdorf
Internet: www.wysel.ch
Telefon: +41 (0)41 870 01 01
E-Mail: wysel@wysel.ch
Tickets: Ticket Center Uri, c/o Tourist Center Uri, +41 (0)41 874 80 09, ticketcenter@uri.info
Aufführungsdaten Altdorf: Mittwoch, 1. Februar 2012, 19.30 Uhr, Freitag, 3. Februar 2012, 19.30 Uhr, Samstag, 4. Februar 2012, 19.30 Uhr, Sonntag, 5. Februar 2012, 17.00 Uhr, Freitag, 10. Februar 2012, 19.30 Uhr
Hoch geht es heuer zu und her in Bürglen an der Sennenchilbi – da steht am Rand der Runde einer auf, knappe zwanzig mag er sein, ein schmaler Wurf, gemessen an den wagenbreiten Nacken seiner Konkurrenz, doch munter wie der Fuchs im Hühnerstall: Keiner kennt den Wysel, jetzt lernen sie ihn kennen. Der fremde Fötzel jodelt justament die Sennen an die Wand, und letzten Endes sagt der Herger Gusti laut, was alle denken: «Auf Ehr und Seligkeit, Kehlkopfkapriolen solcher Art hat hier kein Mensch je produziert ...»
Zwei Jährchen später verzückt der Wysel als Geigenvirtuose Uris Jungfern. Mit Nussholz Seebi, dem Schwyzer-Örgeli-Papst, prägt er den lüpfigen Innerschweizer Ländlerstil und holt damit – vom Gotthard bis nach Basel – das tanzverrückte Volk buchstäblich aus dem Häuschen. Die Luzerner Muse Lisa hilft ihm musikalisch weiter, das Ilgen-Olgi eher alkoholisch. Für Tonaufnahmen reist er nach Berlin, und wie die junge Swissair abhebt nach Paris, ist Wysel mit an Bord als Werber für die schöne Schweiz sowie in eigener Sache – besonders nachts im Moulin Rouge ... Mit Knebler Karis Zürcher All-Star-Band schwebt Wysel in den Wolken des Erfolgs, indes am Horizont die Zeichen zusehends andere Zeiten künden: Amerika ist nunmehr Trumpf, man reklamiert statt Ländler jetzt den Fox, den Charleston oder Tango, begeistert wird im Variété dem Neger applaudiert. Die Dreissigerjahre gehen zur Neige, in Europas Norden brauen sich bedrohlich braune Nebelschwaden zusammen ...