LUSTAT: Gedrosseltes Wachstum im dritten Quartal

28. November 2011

Vor dem Hintergrund des weltweit schwachen Konjunkturverlaufs und der Frankenstärke entwickelten sich die Geschäfte vieler exportorientierter Industriebetriebe, der Hotellerie und des Detailhandels im Kanton Luzern schleppend, jedoch auf hohem Niveau, wie LUSTAT Statistik Luzern mitteilt.

Die Kennzahlen des Luzerner Konjunkturbarometers zeigen für das dritte Quartal 2011 in der Industrie und im Detailhandel rückläufige Entwicklungen an. Im Baugewerbe blieb die Geschäftslage stabil. Im Gastgewerbe wurde aufgrund des starken Ergebnisses der Gaststätten ein Umsatzwachstum verzeichnet.

Industrie: Insgesamt stabile Entwicklung

Die Luzerner Industrie entwickelte sich im dritten Quartal insgesamt stabil, diese Stabilität ergibt sich allerdings als Mittel unterschiedlicher Entwicklungen. Ende des Quartals beurteilten jeweils gut 20 Prozent der befragten Firmen ihre Geschäftslage als gut beziehungsweise als schlecht; für mehr als die Hälfte fiel sie befriedigend aus. Auch bei Bestellungseingang und Produktion zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Auf Expansionskurs befanden sich eher grosse, nicht stark exportorientierte Betriebe sowie solche der Investitionsgüterindustrie (u.a. Maschinenbau, Metallindustrie). Für den Zeitraum bis Ende Jahr weisen die Indikatoren auf eine stabil bleibende Entwicklung mit leicht rückläufiger Beschäftigung hin. Bis Ende März 2012 rechnen 10 Prozent der Betriebe mit einer Verbesserung der Geschäftslage, 25 Prozent mit einer Verschlechterung.

Baugewerbe: Bausektor floriert weiterhin

Die Luzerner Baufirmen verzeichneten wiederum sehr gute Quartalsergebnisse. Die Bautätigkeit nahm insgesamt auf hohem Niveau nochmals leicht zu. Im Hochbau bezeichneten zwei Drittel der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als gut, die restlichen als befriedigend. Im Ausbaugewerbe, wo sich die Bewertung im Lauf des Jahres stetig verbessert hat, beurteilten 83 Prozent die Geschäftslage als gut. Etwas ungünstiger präsentierte sich das Bild im Tiefbau. Hier liessen Nachfrage und Bautätigkeit bei 46 Prozent der Betriebe nach. Im Baugewerbe wird allgemein damit gerechnet, dass sich die Situation in den Wintermonaten leicht eintrüben wird, insbesondere im Tiefbau.

Gastgewerbe: Gegenläufige Entwicklungen

Das Gastgewerbe im Kanton Luzern konnte seinen Umsatz im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um 6,8 Prozent steigern. Dieses Resultat ist aber einzig auf die Ergebnisse der Gaststätten zurückzuführen, die insgesamt ein Umsatzwachstum von 15,2 Prozent verzeichneten. Damit erzielten die befragten Luzerner Restaurants einen Wert, der deutlich über dem gesamtschweizerischen Mittel lag. Der Umsatz der Luzerner Hotellerie ging hingegen im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent zurück. 54 Prozent der befragten Betriebe meldeten eine Abnahme der Übernachtungszahlen, nur 10 Prozent eine Zunahme. Eingebrochen sind insbesondere die Übernachtungen von Gästen aus Europa und den USA. Die Zahl der Gäste aus der Schweiz nahm zu. Während in der Hotellerie damit gerechnet wird, dass sich die Geschäftslage bis Winterende nicht verbessern wird, gehen die Gastwirte von einer stabiler bleibenden Entwicklung aus.

Detailhandel: Umsatzeinbussen in vielen Geschäften

Im dritten Quartal gab es erstmals seit zwei Jahren mehr Luzerner Detaillisten, die ihre Geschäftslage als schlecht (35%) denn als gut (16%) beurteilten. Ebenso überwog die Zahl der befragten Betriebe, deren Absatz gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen war. In jedem fünften Betrieb waren die Lagerbestände zu hoch, in 12 Prozent bestanden Überkapazitäten beim Personal. Bezüglich der Umsatzerwartungen für das laufende vierte Quartal gingen die Meinungen auseinander: Je etwas mehr als ein Viertel der Befragten rechneten mit einer Abnahme respektive einer Zunahme; nicht ganz die Hälfte mit einer stabilen Entwicklung. Deutlicher negativ waren die Erwartungen bezüglich der Beschäftigung.

www.lustat.ch

2011_11_25_LUSTAT_MM.pdf

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