24. Oktober 2011
Im Jahr 2010 lebten in den Alters- und Pflegeheimen im Kanton Luzern gut 4'600 Personen. Der Heimeintritt erfolgte im Schnitt mit 82,2 Jahren und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 2,1 Jahre. Jede zweite Person bedurfte einer intensiven Pflege. Auf eine Heimbewohnerin, einen Heimbewohner kam eine 60-Prozent-Stelle in der Pflege, wie LUSTAT Statistik Luzern aufgrund der jüngsten Auswertung der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen mitteilt.
Anfang 2010 standen in den 62 Alters- und Pflegeheimen im Kanton Luzern 4'813 Plätze zur Verfügung. Die mittlere Auslastung übers Jahr betrug 96 Prozent. Ende Jahr lebten 4’617 Bewohnerinnen und Bewohner in den Luzerner Heimen, eine Person mehr als im Vorjahr. Mit zunehmendem Alter steigt der Betreuungs- und Pflegebedarf und ein Heimeintritt wird immer wahrscheinlicher. So wohnten 2010 von den 85- bis 94-jährigen Luzernerinnen und Luzernern knapp ein Drittel und von den über 95-jährigen fast zwei Drittel in einem Alters- und Pflegeheim.
Rund 2'470 Personen traten 2010 in ein Heim ein, etwas mehr als ein Viertel von ihnen für einen vorübergehenden Aufenthalt von durchschnittlich sechs Wochen. Über die Hälfte der neuen Bewohnerinnen und Bewohner hatte vorher zu Hause gewohnt, rund ein Drittel trat direkt von einem Krankenhaus ins Heim über (2009: 40%). Der Eintritt in ein Heim im Kanton Luzern erfolgte im Durchschnitt mit 82,2 Jahren und lag damit genau im Zentralschweizer Durchschnitt. Das Eintrittsalter schwankte in den letzten fünf Jahren zwischen 81,4 und 82,4 Jahren. Die Männer waren beim Heimeintritt mit 80,5 Jahren im Schnitt rund zweieinhalb Jahre jünger als die Frauen (83,2 Jahre). Das Eintrittsalter liegt nahe bei der heutigen Lebenserwartung in der Schweiz (Männer: 80,1 Jahre; Frauen: 84,5 Jahre). Die geschlechterspezifische Lebenserwartung ist einer der Hauptgründe, weshalb Alters- und Pflegeheime mehrheitlich Frauen beherbergen (LU 2010: 71%).
Der Betreuungs- und Pflegebedarf begründet am häufigsten den Entscheid, in eine Alterseinrichtung einzutreten. Bei einer Betrachtung der in Luzerner Alters- und Pflegeheimen erbrachten Leistungen zeigt sich, dass die Hälfte auf Personen mit mittlerem bis hohem Pflegebedarf entfällt. Die verrechneten Heimtage werden nach Pflegeaufwand (sogenannte BESA-Stufen) eingeteilt, wobei die Stufen 0 bis 2 keinen bis leichten Aufwand bedeuten und die Stufen 3 bis 4 auf intensivere Pflege hinweisen. Im Kanton Luzern wurden 2010 über 1'683'200 Heimtage verrechnet. 29 Prozent der fakturierten Tage entfielen auf die höchste Pflegestufe (BESA 4), die einen schweren und umfassenden Pflegebedarf anzeigt.
Im Jahr 2010 kehrten 621 Personen – meist nach einem Kurzaufenthalt – wieder aus dem Heim nach Hause zurück, 328 wechselten längerfristig in eine andere Institution oder ins Krankenhaus. Insgesamt 1'428 Heimbewohnerinnen und -bewohner verstarben. Fast die Hälfte der Personen, die 2010 aus dem Heim ausgetreten oder gestorben sind, waren weniger als drei Monate im Heim gewesen, fast jede siebte hingegen fünf Jahre oder länger. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einem Luzerner Heim betrug 2,1 Jahre (Zentralschweizer Durchschnitt: 2,2 Jahre); dieser Wert ist in den letzten fünf Jahren fast unverändert geblieben. Frauen traten nicht nur mit höherem Alter ins Heim ein, sie lebten mit durchschnittlich 2,5 Jahren auch fast ein Jahr länger im Heim als Männer (1,6 Jahre). Die ältesten Bewohnerinnen und Bewohner (über 94 Jahre) wohnten im Durchschnitt am längsten im Heim (4,5 Jahre).
Ende 2010 waren in den Luzerner Alters- und Pflegeheimen 6'377 Personen beschäftigt, die im Jahresmittel 4'385 Stellen besetzten. 2'793 Stellen – fast zwei Drittel – entfielen auf das Pflegepersonal. Auf eine Bewohnerin, einen Bewohner kam damit durchschnittlich eine 60-Prozent-Stelle in der Pflege; 2006 war es eine 50-Prozent-Stelle gewesen. Diese Entwicklung widerspiegelt die zunehmende Pflegeintensität. 48 Prozent der Stellen im Pflegebereich besetzten Beschäftigte mit qualifizierter pflegerischer Ausbildung und 19 Prozent der Angestellten verfügten über einen Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder denjenigen eines anderen Betreuungsberufs. Personen in Ausbildung oder im Praktikum besetzten in der Pflege mit 409 Stellen 15 Prozent der Vollzeitstellen. Die Zahl der Ausbildungsstellen hat gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich zugenommen, nämlich um 21 Prozent (2009: 338 Vollzeitstellen), während die Stellenzahl des Pflegepersonals insgesamt um 13 Prozent stieg (2009: 2'475 Stellen).