24. Oktober 2011
Mit der Fertigstellung der Autobahn A4 durch das Knonauer Amt profitieren die Zentralschweizer Kantone, die sich zu einem begehrten Wohn- und Wirtschaftsraum entwickeln. Private Unternehmen begrüssen die neuen Autobahnanschlüsse in Rothenburg und Buchrain ebenfalls. Sie siedeln sich entlang der Verkehrsachsen an. Die heute noch verfügbaren Grundstücke in diesen Gemeinden sind nahezu ausverkauft.
Mit dem Bau der Autobahn A4 durch das Knonauer Amt beziehungsweise mit der Fertigstellung des bestehenden Zuger Astes schloss der Bund im November 2009 eine Lücke im Nationalstrassennetz. Für den Kanton Zug war die Eröffnung des Bauwerks ein volkswirtschaftlicher Meilenstein. «Die Eröffnung der Autobahn durch das Knonauer Amt führte zu einer kürzeren Verbindung zum Flughafen Zürich-Kloten. Dies steigerte die Attraktivität des Kantons Zug für internationale Unternehmen», sagt Carla Dittli, stellvertretende Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug. «Generell ist der Kanton Zug damit innerhalb der Region besser erschlossen. Dies führt zu einer schnelleren Verfügbarkeit von Arbeitskräften, da die Arbeitsorte für Pendler leichter erreichbar sind.»
Seit Jahren erhoffte sich die Luzerner Gemeinde Rothenburg eine Anbindung an die Autobahn A2. Am 5. November 2011 wird der Anschluss nun eröffnet. Zusammen mit den flankierenden Massnahmen belaufen sich die Baukosten auf 60 Millionen Franken. «Einigen Unternehmen mit Weitsicht war diese Aussicht auf Anbindung bekannt. Aus diesem Grund siedelten sie sich früh im Gebiet Wahligen an», sagt Fredy Isler, Ressortleiter Zentrale Dienste der Gemeinde Rothenburg. Beispiele dafür sind das Möbelhaus IKEA und die Post Logistik. Im Bewusstsein der Anbindung an die A2 zonte die Gemeinde frühzeitig Industrie- und Gewerbeland im Gebiet Wahligen ein.
Eines der Unternehmen, das sich in der Nähe des Autobahnanschlusses in Rothenburg angesiedelt hat, ist das Möbelhaus IKEA. Auf dem 32 000 m2 grossen Gelände wurde ein Fachmarkt mit 18 000 m2 Ausstellungsfläche geschaffen. Das Investitionsvolumen betrug etwa 92 Millionen Franken. Rund 200 Mitarbeitende werden in Rothenburg tätig sein. Der neue Autobahnanschluss ist für das Unternehmen wichtig. «Eine leichte Erreichbarkeit ist für viele Kunden ein zentrales Element für den Einkauf bei uns. Wir sind bemüht, dass unsere Ausstellung sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch mit dem motorisierten Individualverkehr schnell zu erreichen ist», sagt Virginia Bertschinger, PR-Manager der IKEA AG. «In vielen Gesprächen mit der Gemeinde und dem Kanton wurde entschieden, das Einrichtungshaus gleichzeitig mit dem Autobahnanschluss zu erstellen.» IKEA Rothenburg öffnet seine Tore am 9. November 2011.
Der A14-Autobahnanschluss Buchrain und der Zubringer Rontal sind seit dem 22. Juni 2011 in Betrieb. Viel verändert hat sich in der Gemeinde Buchrain nach der Eröffnung nicht. «Es sind noch keine Baugesuche eingegangen für konkrete Projekte. Allerdings stellen wir ein vermehrtes Interesse von Unternehmungen an Bau- und Industrieland fest», sagt Urs Waldispühl, Gemeindepräsident von Buchrain. Änderungen im Bau- und Zonenplan sind nicht notwendig. «Solche Änderungen drängen sich nicht auf, da die Realisierung des Autobahnanschlusses schon seit längerer Zeit erwartet wurde. Der Gemeinderat hat im entsprechenden Reglement eine Klausel eingeplant, die Einschränkungen hinsichtlich eines gemässigten Wachstums zulässt», so Urs Waldispühl.
Die Autobahnanschlüsse sind für die ganze Wirtschaftsregion Luzern wichtig. «Die direkte Anbindung an Zürich und den Flughafen bringt Luzern in einem wichtigen Standortfaktor in eine Spitzenposition», sagt Patrik Wermelinger, Leiter Promotion und Marketing der Wirtschaftsförderung Luzern. «Dies sind deutliche Zeichen des Aufbruchs der Region Luzern, die auf dem Weg zu einem begehrten Wohn- und Wirtschaftsraum ist. Zudem wird so das Rontal (Ebikon/Sedel und Anschluss Gisikon/Root) verkehrsmässig entlastet.»
Die Luzerner Unternehmen begrüssen die neuen Autobahnanschlüsse sehr. «Die Unternehmen im Rontal profitieren gleich doppelt, da die Kunden und die Mitarbeitenden die Fahrzeit zum Unternehmen reduzieren können. Der Anschluss in Rothenburg verbessert zudem die Anbindung für güterverkehrsintensive Unternehmen wie Bataillard, Pistor, Boa, Sabag, Camion Transport, Post Logistik etc.», sagt Patrik Wermelinger.