12. Dezember 2011
«Cleantech» gehört die Zukunft. Forschung und Entwicklung in der Schweiz sind auf einem hohen Niveau. An vorderster Front mit dabei ist die Hochschule Luzern – Technik & Architektur.
«Cleantech» sei ein breiter Begriff, sagt Professor Dr. René Hüsler, Direktor der Hochschule Luzern – Technik & Architektur. Die Hochschule Luzern arbeite im Bereich «anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung» seit Jahren unter dem Leitmotiv «Gebäude als System» und konzentriere sich punkto «Cleantech» bewusst auf zwei Felder, erklärt René Hüsler. Zum einen sei dies die Optimierung von Prozessen und Produkten, zum andern das Gebäude als System und seine Transformationen.
René Hüsler erläutert die Forschungsarbeit anhand verschiedener Beispiele. Eines davon ist die Optimierung von Wärmepumpen. René Hüsler: «Unser Kompetenzzentrum für thermische Energiesysteme & Verfahrenstechnik hat einen optimierten Prototyp einer sogenannten leistungsgeregelten Luft-Wasser-Wärmepumpe entwickelt, der zwischen 20 und 50 Prozent energieeffizienter arbeitet als handelsübliche Modelle.» Das Energiesparprogramm sei enorm, wenn man davon ausgeht, dass heute in über 80 Prozent der Neubauten Wärmepumpen eingebaut werden und mehr als die Hälfte der installierten Wärmepumpen die Umgebungsluft als Wärmequelle nutzen. «Die von uns entwickelte Luft-Wasser-Wärmepumpe ist ähnlich effizient wie eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonde», erläutert René Hüsler.
Die Hochschule Luzern arbeitet im Bereich «Cleantech» mit mehreren Zentralschweizer Partnerunternehmen zusammen. Eines davon ist die Balswiss GmbH in Küssnacht am Rigi. «Wir sind Partner in einem innovativen KTI-Projekt für die autarke Speicherung von erneuerbarer Energie in Wohngemeinschaften und deren Einsatz für die Elektromobilität», sagt Peter Balsiger, gleichberechtigter Geschäftsführer der Balswiss GmbH. Seine Firma stehe für die effiziente und nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien und somit für den sorgsamen Umgang mit der Umwelt. Bisher sei der Anteil an genutzter Energie aus Windkraft- und Solaranlagen bescheiden, da diese Energieformen nicht kontinuierlich zur Verfügung stehen. Balswiss bietet Lösungen in Form von Speichern verschiedener Grössenklassen für die Nutzung von Sonnen- und Windenergie. So können teure Lastspitzen oder regionale Netzlasten ausgeglichen und allfällige Netzausbaukosten gespart werden. «Wir setzen auf modernste und ökologische Hochenergie-Batteriesysteme, sogenannte Vanadium-Redox-Flow-Batterien», sagt Peter Balsiger. Der nutzbare Anteil von erneuerbarer Energie könne so markant gesteigert werden. Der resultierende Strom sei CO2-frei.
Balswiss arbeitet neben der Hochschule Luzern mit zahlreichen weiteren Institutionen wie Innovationstransfer Zentralschweiz (ITZ) und der Hochschule für Technik in Buchs zusammen. Zudem realisiert das Unternehmen Pilotprojekte mit der Zentralschweizer Industrie und Stromerzeugern.
www.hslu.ch/technik-architektur