Linguistic Search Solutions AG, Zug

14. Januar 2013

Die Zuger Linguistic Search Solutions AG hat für ihre Software «Traphoty» im November 2012 den Swiss Technology Award gewonnen. Diese Software ermöglicht es dank Tausender linguistischer Regeln, zu erkennen, welche Schreibvarianten eines Namens zur selben Person gehören und welche tatsächlich unterschiedliche Namen sind. Mit dieser Kombination aus Linguistik und Informatik erzielt «Traphoty» präzise und zuverlässige Resultate bei der Namens- und Personensuche. Neu bietet das Unternehmen auch Produkte an, die weitere Identitätsattribute berücksichtigen.

Die Gewinner des Swiss Technology Award 2012 (v.l.): Bertrand Lisbach (CEO), Roland Mathys (Legal) und Marcus Spiegel (IT). ©SIF2012

In der Geschäftswelt wird der Umgang mit Personendaten, sei es von Mitarbeitenden, Kunden oder Geschäftspartnern, zunehmend wichtiger. Denn Namen sollen stets der richtigen Person zugeordnet werden können. Die Problematik sind Schreibvarianten: Ist Hans-Peter Müller identisch mit Hanspeter Mueller? Oder sind Bill McDonald und William MacDonald dieselbe Person? Die Firma Linguistic Search Solutions AG, die 2008 in Zug gegründet wurde, hat hierfür die Software «Traphoty» entwickelt: «Diese Software erkennt, wann es sich bei unterschiedlichen Namensdaten tatsächlich um unterschiedliche Namen handelt oder lediglich um Schreibvarianten desselben Namens», umschreibt Bertrand Lisbach, CEO der Linguistic Search Solutions AG, den Nutzen seines Produktes. «Beispielsweise steht in China der Familienname an erster Stelle: Bei Mao Tse-tung ist Mao der Familienname. Werden chinesische Namen in westlichen Datenbanken erfasst, kann die Position des Familiennamens derselben Person ans Ende wandern, also Tse-tung Mao. Unsere Software ist mit linguistischen Regeln so programmiert, dass sie diese Schreibvariante erkennt und sie derselben Person zuweist. Hingegen würden andere Reihenfolgevarianten, wie etwa Mao Tung-tse, für eine andere Person stehen.»

Swiss Technology Award 2012

Die Linguistic Search Solutions AG hat für alle bedeutenden Sprachräume der Welt untersucht, wie Namen in Pässen, Datenbanken und Medien repräsentiert werden, welche Namenselemente stabil und welche optional sind und mit welchen Varianten zu rechnen ist, wenn der Name in einem anderen als in seinem ursprünglichen Sprachraum geschrieben wird. «Das Ergebnis sind Tausende von linguistischen Regeln und namenskundliche Thesauri, die wir in unsere Software ‹Traphoty› eingebaut haben», bemerkt Bertrand Lisbach. «‹Traphoty› reduziert aufgrund seiner Zuverlässigkeit das Risiko, eine Person in einer Datenbank nicht zu finden, obwohl sie dort erfasst ist. Zudem senkt die Präzision der Software die Kosten durch Fehltreffer.» Aufgrund dieser Vorzüge erhielt das Unternehmen vom Swiss Innovation Forum im November 2012 den Swiss Technology Award in der Kategorie «Maturity Stage».

Zusätzliche Identitätsattribute

Der Markt fordere, so Bertrand Lisbach, schon jetzt zunehmend Technologien für Namensdaten, die in nichtlateinischen Alphabeten repräsentiert sind, beispielsweise in Russisch-Kyrillisch, Chinesisch, Japanisch, Thai, Arabisch und Hebräisch. Sein Unternehmen bietet diese Funktionalität neu als leicht integrierbare Softwarekomponente an. «Zudem vermarkten wir derzeit verstärkt Produkte, die über eine eigentliche Namenssuche hinausgehen und zusätzliche Identitätsattribute berücksichtigen, wie zum Beispiel das Geburtsdatum, die Adresse oder die Nationalität», ergänzt Bertrand Lisbach.

Die Linguistic Search Solutions AG erreichte bereits im zweiten Geschäftsjahr den Break-even und zählt heute Finanzinstitute, Versicherungen und andere global agierende Firmen zu ihren Kunden. 2012 lag der Umsatz im niedrigen siebenstelligen, der Gewinn im sechsstelligen Bereich.

www.linguisticsearchsolutions.com

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