Zentralschweizer Industrieunternehmen gehen effizient mit Kapital um

23. Januar 2012

Wie effizient gehen Zentralschweizer Firmen mit Kapital um? Eine jüngst im Auftrag der «NZZ am Sonntag» veröffentlichte Studie zeigt auf, dass die Zentralschweizer Unternehmen diesbezüglich zu den Besten gehören. Die Luzerner Kantonalbank analysiert das Ergebnis und gibt Unternehmen Empfehlungen ab punkto effizienten Umgang mit Kapital. Mit den «Cash Management Services» hat sie zudem ein Angebot für einen systematischen Gesundheitscheck für KMU im Portefeuille.

Wichtigste Erkenntnis der Studie: Viele Industrieunternehmen, von denen man gemeinhin annimmt, ihr Geschäftsmodell sei kapitalintensiv, gehen heute sehr effizient mit Kapital um. Schindler aus Ebikon oder Kühne + Nagel aus Schindellegi gehören in diesem Bereich zu den besten Firmen der Schweiz. Deutlich schlechter schnitten bei dieser Bewertung Banken wie Valiant, Julius Bär, UBS oder Credit Suisse und Immobiliengesellschaften wie PSP Swiss Property oder Swiss Prime Site ab.

Flavio Ciglia, Leiter Firmenkunden national der Luzerner Kantonalbank, analysiert die Resultate dieser Studie wie folgt: «Betrachtet man die Ergebnisse im Ganzen, so kommt zum Ausdruck, dass die Schweizer Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht haben. Sie messen dem Punkt Kapitalbewirtschaftung grossen Stellenwert bei und fokussieren sich auf die Kernkompetenzen. Um die eingeschlagene Strategie umzusetzen, wird gezielt investiert – hingegen werden nichtstrategische Geschäftseinheiten oder Investments verkauft.» Differenzierter beurteilt der Finanzfachmann die Position der Immobilien- und Finanzdienstleister, denn deren Kapitalproduktivität sei im Quervergleich mit Industrieunternehmen deutlich tiefer. «Dies hängt mit dem Geschäftsmodell zusammen. Unternehmen mit tieferen operativen Margen und einem geringeren Kapitalumschlag wie zum Beispiel Banken sind bezogen auf die Kapitalintensität im Nachteil. Dies schlägt sich im Resultat dieser Studie nieder.»

Optimale Bewirtschaftung des «Working Capital»

Generell empfiehlt Flavio Ciglia Unternehmen punkto effizienten Umgang mit Kapital, die Kapitalbindung (das Investment) stets im Verhältnis zur erzielbaren Wertschöpfung zu beurteilen und nicht eine reine Nominalbetrachtung zu machen. «Unternehmen, deren Investment kleiner oder gleich der erzielbaren Wertschöpfung ist, erzielen in der Regel einen höheren Return on Investment», betont Flavio Ciglia. Der zweite wesentliche Erfolgsfaktor sei die optimale Bewirtschaftung des «Working Capital». «Zum Beispiel sollen die Debitoren straff bewirtschaftet werden, damit man das Risiko von Debitorenverlusten vermindern kann. Und das Warenlager soll auf dem absoluten Minimum gehalten werden, ohne dass die Lieferbereitschaft eingeschränkt wird. Es gilt, die Kapitalbindung zu reduzieren, die Umschlagshäufigkeit zu erhöhen und damit die Risiken wie Ladenhüter einzugrenzen.» Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Trennung von Kapitalbedarf und Finanzierung. «Ein hoher finanzieller Hebeleffekt (‹Leverage›) verbessert in Phasen von tiefen Zinsen tendenziell die Eigenkapitalrendite, da Eigenkapital stets teurer ist als Fremdkapital», so Flavio Ciglia. Ein hoher finanzieller «Leverage» bedeute gleichzeitig aber auch hohe Risiken. Die Gefahr der Überschuldung und die Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern drohen. «Gesunde Finanzierungsverhältnisse mit einer angemessenen Eigenkapitalisierung bringen deshalb Stabilität und Solvenz – speziell in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld.»

Anlageintensive Branchen wie Immobiliengesellschaften, die Schwerindustrie oder die Hotellerie seien naturgemäss kapitalintensiver. Diese sollen vor allem auf eine gute Marktstellung mit einem hohen Marktanteil bedacht sein. «Das Alleinstellungsmerkmal bei anlageintensiven Branchen muss dem Kunden einen erkennbar grösseren Nutzen bringen als dasjenige der wichtigsten Mitbewerber», betont Flavio Ciglia. Auch eine hohe Innovationskraft, eine hohe Kapazitätsauslastung, eine hohe Produktivität und klare Prozesse seien in diesem Geschäft entscheidend.

«Cash Management Services»

Seit Juli 2011 bietet die Luzerner Kantonalbank als einziges Schweizer Finanzinstitut einen systematischen Gesundheitscheck für KMU zum Thema «Cash Management und Treasury» an. «Beim Cash Management steht die optimale Bewirtschaftung der täglichen Kapitalströme, also des ‹Working Capital›, im Fokus: von der Bezahlung der Rohmaterialeinkäufe über die Vorfinanzierung der Produktion bis zum Eingang der Verkaufserlöse», bemerkt Flavio Ciglia. Das Spezielle an den «Cash Management Services» ist, dass der «Cash Management Check» den Kunden eine Aussensicht über die Effizienz ihrer Abläufe und Systeme gibt. Gleichzeitig werden ihnen auch mögliche Risiken aufgezeigt. Die KMU erhalten damit Anhaltspunkte für Kosteneinsparungen und zusätzliche Erträge, indem sie Liquiditätsüberschüsse besser anlegen können. «Durch unsere Unterstützung können sich die KMU auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, wo sie ja schliesslich die operativen Margen erzielen», sagt Flavio Ciglia.

www.lukb.ch

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